Vorstudie „Data4SmartMove“ abgeschlossen

Im Mai 2018 haben wir mit der Vorstudie „Data4SmartMove“ begonnen. Jetzt liegen die Ergebnisse vor. Unser Ziel war es herauszufinden, was sich die Nutzerinnen und Nutzer von Mobilitäts-Apps und -Plattformen wirklich wünschen und brauchen. In der vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Rahmen des Programm mFUND geförderten Untersuchung ging unsere Mobilitätsforscherin Steffi Schubert mit ihrem Team diesen Fragen nach. Auf den Erkenntnissen aufbauend wurde ein Konzept für eine digitale Lösung entwickelt, um multimodale Mobilität zu optimieren und das Verkehrsverhalten langfristig zu ändern.

Dabei wurden die Nutzerbedürfnisse durch qualitative Erhebungen identifiziert. Außerdem wurden bestehende digitale Lösungen für Mobilitätsplattformen untersucht, um herauszufinden, welche Nutzerbedürfnisse noch nicht digital abgebildet werden.

Es hat sich gezeigt, dass die bereits bestehenden Angebote für intermodale- bzw. multimodale Wege, die auch innovative und alternative Verkehrsmittel wie beispielsweise E-Bikes oder E-Scooter berücksichtigen, noch unvollkommen und teils sogar falsch verknüpft sind. Vor allem Umstiege und Wechsel der Verkehrsmittel wirken oft verunsichernd auf die Nutzenden. Dabei zeigte sich, dass reine Informationsangebote nicht ausreichend sind. Es gilt Lösungen zu finden, die so aufgebaut sind, dass sie zusätzlich zu den Informationen vor allem Sicherheit auf dem gesamten Weg vermitteln. Zudem sollen die digitalen Helfer ihre Nutzerinnen und Nutzer zu einem nachhaltigen Verkehrsverhalten inspirieren und motivieren.

Unser nutzerorientiertes Konzept sieht daher drei Entwicklungsstränge vor: Im ersten sollen beim Routing bestehende Angebote in Bezug auf intermodale/ multimodale Wege und innovative Verkehrsmittel optimiert werden. Die zweite Entwicklungslinie zielt darauf ab, Verkehrsmittelwechsel und Umstiege zu begleiten, um die damit  verbundenen Unsicherheiten abzubauen. Und drittens sollen Nutzerinnen und Nutzer zu einer Verhaltensänderung bei der Wahl ihrer Verkehrsmittel motiviert werden, beispielsweise durch Gamification-Elemente. Neben den skizzierten Entwicklungen spielt auch die Gewinnung von detaillierteren Daten, die Qualitätsaspekte beinhalten, eine wichtige Rolle. Dies kann auch durch die Einbeziehung von Nutzenden realisliert werden, zum Beispiel durch Crowdsourcing.

Wir hoffen, dass wir auch für die nutzerorientierte Weiterentwicklung unserer digitalen Lösung eine Förderung vom BMVI erhalten, sodass unsere Vision einer Verkehrswende in den Städten, bei der das Smartphone zum Mobilitätsgaranten wird, frei nach dem Motto „the smartphone is the new car key“, schrittweise realisiert werden kann.

Ein Interview mit Steffi Schubert gibt es hier als PDF zum Download. Die Vorstudie „Data4SmartMove“ senden wir Ihnen gerne auf Anfrage zu und den Projektsteckbrief finden Sie ebenfalls als PDF hier.

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Dieser Artikel wurde verfasst von Ingo Bokermann