Utopien willkommen!

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle die jüngste Diskussion um die Umweltbilanz eines Elektroautos, wie sie beispielsweise in der Allgemeinen Zeitung geführt wurde, kommentieren. Aber diese Diskussionen führen nicht zum Ziel, denn nötig ist viel mehr als ein neuer Motor, nötig ist ein neues Verkehrskonzept:

Wie sieht die Zukunft der Mobilität aus und mit welchem Fahrplan kommen wir dahin?

Mit der Studie „Verkehrswende für Deutschland — Der Weg zu CO2-freier Mobilität bis 2035“ hat das Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt und Energieim Auftrag von Greenpeace ein mögliches Szenario aufgezeigt. Danach wäre es möglich die „Treibhausgasemissionen des Verkehrs in Deutschland von 166 Millionen Tonnen im Jahr 2016 bis zum Jahr 2035 auf null zu senken“.

Die wesentlichen Punkte im Berufs- und Privatverkehr betreffen bessere Verfügbarkeit des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV), Ausbau der Radwegenetze, Angebote und Nutzung von Car-, Bike- und Ridesharing sowie die integrierte Nutzung dieser Dienste durch Digitalisierung.

Dafür sinkt der Anteil der mit dem privaten PKW gefahrenen Kilometer. Der Besitz eines eigenen Autos würde von 458 Fahrzeugen pro 1000 Einwohnern auf durchschnittlich 200 sinken — in den Städten mehr und auf dem Land etwas weniger. Die verbleibenden PKW würden elektrisch — mit Strom aus regenerativen Energiequellen — betrieben.

Zudem müssen die Autos wieder schlanker werden.

Erinnert sich noch jemand an den ersten VW Golf? Als der Golf I 1974 auf den Markt kam, wog er — je nach Ausstattung — zwischen 750 und 800 kg. Der Golf VII von 2012 bringt es auf 1,2 bis 1,6 Tonnen. Selbst Volkswagens Kleinwagen, der Polo VI, ist deutlich größer als der erste Golf und wiegt 1,1 bis 1,2 Tonnen (Wikipedia). Bei anderen Hersteller sieht es nicht anders aus. Hinzu kommt, dass neue Fahrzeugarten wie SUVs von vornherein mehr Gewicht mitbringen. So wurde bisher jede Effizienz-Steigerung in der Motorentechnik wieder zunichte gemacht.

Verkehrsexperten, wie Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM) der Hochschule Bergisch Gladbach , nennen das Szenario des Wuppertal-Instituts dem Handelsblatt gegenüber illusorisch.

Wir von 25ways wollen Utopien umsetzen und wissen: die private Verkehrswende ist für viele Menschen ein großer Einschnitt in ihre Gewohnheiten. Nur mit partnerschaftlicher Begleitung, Beratung und vor allem Motivation sind sie bereit diese zu ändern. Mit SmartMove2Work sind wir auf dem richtigen Weg.

Die komplette Studie finden Sie hier: https://wupperinst.org/fa/redaktion/downloads/projects/Mobilitaetsszenario_2035_Langfassung.pdf

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Dieser Artikel wurde verfasst von Ingo Bokermann