Dienstfahrten möglichst ohne Privatauto

Denken wir an betriebliche Mobilität fällt uns zuerst unser Arbeitsweg ein. An Dienstfahrten denken wir erst im zweiten Schritt. Dabei liegt auch hier großes Potenzial für eine Entlastung des innerstädtischen Verkehrs. Das gilt besonders für große Arbeitgeber zu den auch die Kommunen und deren kommunale Betriebe gehören.

Viele Städte haben das erkannt und in ihre “Greencity Masterpläne” geschrieben. So zum Beispiel die Stadt Bielefeld: “Zur Optimierung der betrieblichen Mobilität von Stadtverwaltung und Stadtwerke wird nun ein gemeinsamer Fahrzeugpool gegründet und der Fahrzeugeinsatz mit einer Fahrzeugdispositonssoftware optimiert. Gleichzeitig sollen die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs und aktive Fortbewegungen gestärkt werden. Daher werden auch verstärkt Fahrräder, Pedelecs und E-Lastenfahrräder in den gemeinsamen Fahrzeugpool integriert. Zusätzlich soll die Möglichkeit geschaffen werden, diese Ressourcen den Mitarbeitern nach Dienstschluss und an Wochenenden zu privaten Zwecken, gegen Entgelt, zur Verfügung zu stellen.”

In allen Fällen sollen die Beschäftigten der Betriebe bei ihren Dienstfahrten möglichst auf die Fahrt mit eigenen Auto verzichten. Die Nutzung des eigenen Autos ist meist auch ein schlechtes Geschäft für die Beschäftigten. Denn auch wenn man davon ausgeht, dass man das Fahrzeug ja sowieso hat und Steuern und Versicherung zahlen muss, bleiben noch die sogenannten “variablen Kosten” übrig. Das sind natürlich der Treibstoff, vermehrte Abnutzung z.B. der Reifen und vor allem ein höherer Wertverlust bei höherer Kilometerleistung. Dieses genau auszurechnen ist nicht ganz einfach.

In einem Gastbeitrag auf Zukunft Mobilität rechnet Dr. Konrad Gisevius, u.a. jahrzehntelanger Referatsleiter beim bremischen Senator für Wirtschaft und Häfen, mit Hilfe des “MobilCheck” der Deutschen Bahn und des ADAC vor, dass man mit einem Mittelklasseauto bei einer Fahrleistung von 15.000 km/Jahr auf Kosten von von 33 Cent/km kommt. Die Erstattung liegt i.d.R. bei 30 Cent/km. Wohlgemerkt ohne die festen Kosten und den Wertverlust der auch dann anfällt, wenn der Wagen in der Garage bleibt.

Das Bezirksamt Hamburg-Mitte hat seine Beschäftigten zu dienstlichen Wegen und ihren Wünschen zur dienstlichen Mobilität befragt. Viele wünschen sich mehr Fahrrad- und ÖPNV-Förderung. Der stellvertretende Bezirksamtleiter Sven-Olaf Schöpper sagt in einem Gespräch mit der Hamburger MOVE-Initiative: “Wir möchten in einen Prozess einsteigen, an dessen Ende wir eine App haben, die jedem und jeder Beschäftigten sagt, welche Verkehrsmittel für den jeweiligen Fahrtzweck zur Verfügung stehen und welches davon das Geeignetste ist.”

Dies ist auch unser Ziel. Mit unserer Plattform und App „25ways“ liefern wir die Basis für kommunales Mobilitäts-Management. Kommunale Unternehmen sind auf Grund ihrer Größe und ihrer Vorbildfunktion prädestiniert die Rolle als Wegbereiter für ein umfassendes betriebliches Mobilitäts-Management zu übernehmen. Zu diesem Thema werden wir an dieser Stelle demnächst mehr berichten.

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Dieser Artikel wurde verfasst von Ingo Bokermann